#04 SUNN

NEWSLETTER #04 SUNN

Liner Notes
Dass mein Soloprojekt keinem fremden Anspruch genügen muss, war von Anfang an klar. Trotzdem ziehe ich mit meinen Songs oft lange Schleifen, bevor ich an ihre Essenz gelange. Ein gutes Beispiel dafür ist „Sunn”. Ich habe ein paar alte Demos zusammengetragen, anhand derer du die Entstehung nachhören kannst. Die erste Version ist etwa ein Jahr alt: sunn_demo. Du hörst, wie ich auf meiner Gitarre trommle und dazu ein paar Textideen ausprobiere. Im Zentrum steht der Refrain, der auf allein drei B-Seiten wiederkehrt. Diese Skizze habe ich später sauber aufgenommen und in ein glattes Soundkorsett gesteckt: sunn_pop. Grundsätzlich funktionierte der Song in dieser Form. Ich war allerdings noch nicht zufrieden. Wenn ich an diesen Punkt gelange, lasse ich das Material meist durch den Fleischwolf laufen. Ich dekonstruiere und streiche, bis nur noch das Skelett des Songs übrig bleibt: sunn_piano. Das Klavier habe ich während meiner Mittagspause aufgenommen, als ich noch als Musiklehrer in einer Volksschule in Floridsdorf gearbeitet habe. In der finalen Version habe ich das Piano durch meine Gitarre und eine staubige Orgel ersetzt. Erst nach diesem Edit habe ich beschlossen, Hook und Refrain ersatzlos zu streichen.

Songtext

I griaß da die Sunn
Griaß du ma mei Dahoam
De Kotz, de Bonk, des Haus, des Doch von uns

I griaß da des Meer
Griaß du ma meine Leit
Die Freind, den Rausch, die Tschick, des Bluat, des Gift

Wonn i wieder kimm
Schau, dass ois so is wias wor
Da Stoiz, da Neid, die foischn Hund, und wir

Und wie i fliag
Wünsch i mi wieder zruck
Zum Doch, dem Haus, da Bonk, da Kotz, zu uns

Du hupfst mitn Kopf voran
Mit an Luftballon um die Fiaß
De Stiagn, des Doch, des Haus, da Ort is nur a Punkt
Hebts die aufi fost zum Mond

Credits
Musik, Text, Aufnahme, Mix und Master von Paul Plut
Foto von Julian Simonlehner