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Liedtext „Grat”
In da Kirchen Orgigspü
Fian Vota Bruada Buam
Die Wöt is a Gräberfeld
Gemma koit is net

Geh mit mir in Grat entlong
Loss is Wetter hinter dir
Sog ma wennstes kema siagst
Gemma koit is net

Vom Toi heast die Glocken leiten
Steh auf des woas no nit
Vorn wird scho da Himmi liacht
Gemma koit is net

Bind da die Schuach
Klopf da in Stab von deiner Schuiter
Stoi di auf die Fiass
Renn mit mir in Grat entlong

Ausnohmen gibts koane
Ois wos bliaht vageht
Die Wöt is a Gräberfeld
Di Wöt is sche

Liner Notes „Grat” Direttissima
Welchen Gipfel hast du schon gestürmt, welchen Berg bezwungen? Hast du Stoamandln gebaut, damit die Anderen nicht vom Weg abkommen? Bist du über die Randkluft gesprungen, hat dich der Fels betrogen? Hattest du Angst vor dem Aufstieg oder vor dem Weg zurück ins Tal? Der Grat zeigt dir die Grenzen auf. Hier endet unser Horizont. Mein Großvater hat einmal den kompletten Grat, so weit das Auge reicht, an einem Tag bezwungen. Der alpine Marathon. Der Berg hat ihn später geholt. Seine Gipfelsiege kann ihm keiner nehmen. Mein Freund hat sich die gezackte Linie des Grats vom Hals bis zu den Füßen tätowiert. Sein Körper ist hart und widerspenstig, wie die Landschaft, die ihn umgibt. Es heißt, der Herrgott habe nach dem Sündenfall der ersten Menschen eine Mauer rund um das Paradies gezogen. Steine und Felsen wurden aus dem Boden gerissen. Und Eden aus dem Sinn der Menschen. Geh mit mir den Grat entlang.

Credits
Musik, Text, Aufnahme, Mix und Master von Paul Plut
Video von Alexander Milusic & Manuel Peric