PRESSE

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PRESSEFOTOS (c) Gerfried Guggi

Single: LÄRCHE, 1.11.2016, MedienechoReleaseshows

Album: LIEDER VOM TANZEN UND STERBEN, 10.10.2017

In den Bergen braut sich ein Gewitter zusammen. Eine steinerne Kapelle ist der einzige Unterschlupf. Unter der Kirche liegen die Reliquien von Artmann, Cave, Jarmusch. Der Priester steht mit dem Rücken zur versammelten Gemeinde. Er reißt die Arme in die Luft.

Paul Plut eröffnet seine Solokarriere – mit Liedern vom Ende. Mal auf bluesig arrangierten Feldaufnahmen, mal auf treibenden Noise-Gitarren kommt der düstere Dialekt-Gospel daher. Eine fiebrige Andacht, in der sich die Pole gefährlich nah kommen: Fliegen und Fallen, Stillstand und Ekstase, Tanz und Tod.

Mit seiner Deutschpop-Band VIECH und der Bluesrock-Maschine MARTA hat sich Plut in der österreichischen und süddeutschen Musiklandschaft schon über mehrere Jahre verdient gemacht. Im Alleingang zelebriert er Reduktion und überrascht mit großer Intimität. Die Sprache, die diese Unmittelbarkeit befähigt, ist der eigene Dialekt: »Österreichische Mundartmusik wirkt oft generisch und eindimensional. Positive Gegenbeispiele gehen selten über das Wienerische hinaus. Ich will das bestehende Spektrum der Dialektmusik um dunkle Varianten erweitern«, so der Künstler. Dargeboten wird das Ganze in Pluts Glasbeisserstimme, über die Karl Fluch (Der Standard) schreibt: »Die Stimme wirkt schon jetzt, als könnte sie Geschichten aus mehreren Kriegen erzählen.«

LÄRCHE
Und in der Tat tischt Plut auf seinem Debüt keine leichte Kost auf. In künstlerischer Abschottung entstanden, bearbeitet er hier erstmals seine beiden Suizidversuche vor dem Gebirgsmassiv, das auch sein Pressefoto ziert. »Ois wos guat is in da Wöd, konnst in a Tuchant aus Lärchnhoiz legn«, heißt es etwa in der ersten Auskopplung »Lärche«. Für das Projekt lässt der Künstler die Scharniere jener Holzkiste ächzen, in der seine Erinnerungen bislang sicher verwahrt lagen. »Wenns koit is in da Nocht, werd i mi dazua legn«, steigt Plut schließlich hinterher und schließt den Deckel hinter sich.

VOTA
Wo reichlich Raum dafür wäre, lassen die Lieder keinen Platz für Pathos, denn, so der Musiker: »Die Erde ist ein großer Friedhof. Das macht sie noch lange nicht zu einem Ort der Traurigkeit.« Sehr wohl aber macht sich Plut dunkle christliche Riten zu eigen, von denen die Fantasie seit frühen Kindheitstagen durchdrungen ist. In der zweiten Single »Vota« streift er sich das Messgewand über. In festen Bergschuhen stampft Plut gegen den eigenen Unglauben an. »Heiliga Vota, valoss mi jetz net«, tönt das Mantra des Chors. Dazu marschieren gellende Gitarren über einen Beat aus knarzenden Beichtstühlen und knallenden Türen.

WER
Vom Geistlichen ins Weltliche holt die dritte Auskopplung die Handlung auf den harten Asphalt der Großstadt. »Wer hot dem Trottl den Hois umdraht?« lautet hier die Frage eines misanthropen Ermittlers. Zurückgeworfen auf die Anonymität der Masse, reiht sich Plut unter die Verdächtigen: »A Haufn Gsichta. A Haufn Trottln. Stö di her. Oana mehr.« Wo sich andere Liedermacher mit einer gediegenen Ballade verabschieden, beschließt Plut den ersten Auszug aus seinem 2017 erscheinenden Liederwerk mit einem ekstatischen Noise-Outro, das dem Beelzebub den Rang abläuft.

Pressetext: Jolly Hager


Paul Plut ist 1988 in Schladming geboren, wuchs in Ramsau am Dachstein auf, hat in Graz studiert, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Wien.