#21 Eine limitierte Schallplatte und ein ausgebissener Zahn

Auszug aus dem Newsletter #21

Liebe Leserin,
Lieber Leser,

mein Studio befindet sich in einem leerstehenden Büroturm in Simmering. Wenn ich einheize, knattern die Leitungen im ganzen Stock. Gestern hätte ich deshalb fast überhört, wie der Postler an meine Tür geklopft hat. Er hat mir ein Paket mit unserer neuen Viech-Schallplatte gebracht. Wir haben diesmal eine limitierte Edition von 100 Stück pressen lassen, mit siebbedruckten Covers auf Naturkarton. Das macht kein schlechtes Weihnachtsgeschenk. Die Platte gibt es nur beim Release-Konzert am 10.12. im Wiener Konzerthaus. Die CD und den Download gibt es auch in unserem Online-Shop. Genauso wie eine neue Lieferung an Schallplatten meiner „Lieder vom Tanzen und Sterben”.

Als Abonnent*in meines Newsletters möchte ich dir einen 5€-Gutschein dafür schenken: nur für Mitglieder.

© Lucas Gerstgrasser

Nächste Woche sind die letzten Vorstellungen von „Haummas net sche” von Sara Ostertag am Wiener Volkstheater. Für mich war das die erste Arbeit am Theater. Und es war gleich ein ordentlicher Ritt. Das Kraftbündel Kerosin95 und ich haben insgesamt 25 Kompositionen geschrieben und performt. Textlich haben wir uns dabei an Dialektgedichte von Christine Nöstlinger gehalten. Das sind Bände mit großartigen Titeln wie „Iba de gaunz oamen Mauna” und „Ned, dasi ned gean do warat”. Es lohnt sich, da mal reinzulesen.

© www.lupispuma.com / Volkstheater

Diese Aufgabe hat mich daran erinnert, als ich mit einem anderen Kraftbündel – Andi Klinger-Krenn – in frühen Jahren einmal versucht hab, zwei Sammelwerke von Georg Trakl zu vertonen. Das war 2009 in Graz. Daran haben wir uns ganz schön die Zähne ausgebissen. Ich musste schmunzeln, als ich nach langer Zeit wieder reinhörte: entlang.mp3

2009 in der Mondscheingasse mit Zigarettenfilter

10 Jahre später geht mir diese Arbeit viel leichter von der Hand. Vielleicht liegt mir die Sprache und Lebenswelt von Nöstlinger auch näher. Dieses Gedicht aus ihrem lyrischen Nachlass berührt mich sehr:

Diesen Text habe ich auch für das Theaterstück interpretiert. Dort wird das Lied von der Schauspielerin Barcá Baxant gesungen. Die macht das richtig gut. Du musst dich hier mit einer Demo und meiner Kratzstimme begnügen: maunxmoi.mp3

Mit meiner Band habe ich den Song schon mit Darbuka und Kontrabass arrangiert. Bald gehen wir ins Studio, um das Lied aufzunehmen. Und ein neues Album. Derzeit bin ich am Sammeln und Recherchieren; über die Pest, den Baseler Totentanz und das Human-Instrumentation-Project. Ich freue mich schon darauf, dir die ersten Sachen daraus vorzuspielen.

Alles Liebe,
Paul