Katzenburg

Kopie meines Newsletters

Hallo,

der Lockdown ist vorbei und wir alle atmen auf. Meine Freund:innen im Kulturbetrieb arbeiten rund um die Uhr und zur Aufbruchsstimmung mischt sich großer Druck. Wenn man von Projekt zu Projekt hastet, vergisst man schnell auf’s Luftholen, und die altbekannten Gespenster sind nicht mehr weit.

Das heutige Lied ist nicht unter den Gestirnen des kommenden Albums zu finden. Ich habe eine Zwischenwelt im Kopf – genau in der Mitte der Tracklist markiert es diesen uralten Ort zum Ausrasten und Durchschnaufen. Das Schutzhaus vor dem Donnerwetter. Die steinerne Kapelle in der Mittagshitze. Der Hafen, die Oase, die White Lodge, das Haus der Magierin, die Katzenburg: Eine Ruine im tiefen Wald zwischen Schwarzbeerstauden und Eierschwammerln: mp3 / bandcamp / spotify

Zum Lied gibt es ein Live-Video von They Shoot Music aus der Königshöhle in der Nähe von Baden: https://youtu.be/AALzlssrvG0

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Eitelkeit

Kopie meines Newsletters

Hallo,

vor einem Monat lag noch kniehoch Schnee in Ramsau am Dachstein. Am Nachmittag, als ich ankam, donnerte eine Lawine ins Tal. In weiter Ferne stiegen winzige weiße Wolken auf, als hätte jemand den Staubzucker von einem Faschingskrapfen geblasen. Erst das gewaltige Donnern, das zeitverzögert bei mir ankam, rief mir die gewaltige Wucht dieser Schneemassen in Erinnerung.
Manche Leute erklären mir, dass sie an die Natur glaubten. An Mutter Erde, die alles in Balance hielte. Mütterlich kommt mir diese Natur nicht vor. Manchmal tobt sie aus heiterem Himmel wie ein launisches Geschwisterchen, das wütend beginnt, um sich zu schlagen. Einen Augenblick später, ohne den Anflug einer Entschuldigung, legt sie sich wieder zur Ruhe, streckt den Arm nach mir aus und lässt mich an ihrer Seelenruhe teilhaben.
Am Nachmittag hören wir die Propeller der Bergrettungs-Hubschrauber. Sie kreisen am strahlend blauen Himmel bis die Sonne untergeht.

Eines Tages wird das Geschwisterchen todmüde sein. Es wird die Sonne bei der Hand nehmen und gemeinsam werden sie sich zur Ruhe legen. An diesem Tag wird alles, das wir kennen, und alles, woran wir uns erinnern, zu Staub zerfallen.
Das heutige Lied schaut in den Abgrund: Eitelkeit (mp3 / bandcamp / spotify).

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B320

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Hallo,

das Lied, das ich dir heute schicke, bewegt sich entlang der Ennstal-Bundesstraße (B320). Die Straße führt auf 78 Kilometern von Altenmarkt bis Liezen. In keinem anderen österreichischen Bezirk gibt es so viele Verkehrstote wie hier. Ich hatte vor vielen Jahren auch einen schweren Autounfall. Darum geht es aber nicht in diesem Lied. Das Thema ist die Wiederholung dieser Erinnerung, wenn ich die Kreuzerl am Straßenrand passiere, wenn ich in die Heimat fahre, und das dumpfe Echo der Felswände höre, die das laute Scheppern scheinbar endlos zurückwerfen: mp3 (nur per Newsletter) / bandcamp / spotify

Zu dem Lied gibt es auch ein neues Musikvideo von Regisseur David Lapuch und seinem tollen Team. Als Kulisse haben sie die Ebene vor dem Grimming gewählt, der sich so pixmitten in die Ebene stellt. Ich bin von dem kurzen Film sehr berührt.

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Genesis

Kopie meines Newsletters

Hallo,

gleich hinter meinem Elternhaus ist ein Hügel, der von uns „Bichei” genannt wird. Von dort sieht man, wie das Ennstal seine lange Zunge Richtung Liezen ausstreckt. Manchmal liegt der Nebel wie ein graues Meer im Tal. Als ich nun einmal auf dem Bichei saß, habe ich mir vorgestellt, wie die Welt vor Millionen Jahren mit Salzwasser bedeckt war und die Geister über der Oberfläche des Meeres schwebten.

Das Lied, das aus dieser Erinnerung entstand, heißt Genesis, ich möchte es dir schenken: mp3 (nur für Mitglieder des Newsletters) / bandcamp / spotify.

Ich freue mich über die vielen persönlichen Nachrichten und Medienberichte, die im letzten Monat in meinem Postfach gelandet sind. Für den Radiosender Deutschlandfunk Kultur durfte ich „Sunn“ live einspielen – hier kannst du das Lied nachhören: sunn(live).mp3. Und wenn du auf das Bild klickst, kannst du den Artikel der Kleinen Zeitung nachlesen:

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Schwarze Finger

Kopie meines Newsletters

Hallo,

es ist soweit. Jetzt gibt’s kein zurück mehr. Hier ist der erste Song meines kommenden Albums: Schwarze Finger. (mp3 [nur für Mitglieder des Newsletters], bandcamp, spotify)

Binta Giallo hat ein Video zum Song gedreht. Mael Blau fertigt darin eine Totenmaske an. Uns drei verbindet der Wunsch, sich selbst einmal im Schlaf zu betrachten, einmal aus der eigenen Haut zu fahren und diese lebende Grenze zur Welt zu überwinden. Ich halte den Tod nah bei mir. Weil ich noch keinen besseren Platz gefunden habe, steht die Totenmaske nun in meiner Küche neben der Abwasch. 

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#21 Eine limitierte Schallplatte und ein ausgebissener Zahn

Auszug aus dem Newsletter #21

Liebe Leserin,
Lieber Leser,

mein Studio befindet sich in einem leerstehenden Büroturm in Simmering. Wenn ich einheize, knattern die Leitungen im ganzen Stock. Gestern hätte ich deshalb fast überhört, wie der Postler an meine Tür geklopft hat. Er hat mir ein Paket mit unserer neuen Viech-Schallplatte gebracht. Wir haben diesmal eine limitierte Edition von 100 Stück pressen lassen, mit siebbedruckten Covers auf Naturkarton. Das macht kein schlechtes Weihnachtsgeschenk. Die Platte gibt es nur beim Release-Konzert am 10.12. im Wiener Konzerthaus. Die CD und den Download gibt es auch in unserem Online-Shop. Genauso wie eine neue Lieferung an Schallplatten meiner „Lieder vom Tanzen und Sterben”.

Als Abonnent*in meines Newsletters möchte ich dir einen 5€-Gutschein dafür schenken: nur für Mitglieder.

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